Freudenthalweg (4): Soltau – Schneverdingen

Diese Tour ist eine Wanderung im Schatten der Heidschnucken, könnte man sagen. Denn hier geht es um eine ältere Alternative zum prämierten Heidschnuckenweg.  Und damit in gewisser Weise um einen Dank an die vielen ehrenamtlich engagierten Menschen, die sich um das Wegenetz abseits des Rampenlichts kümmern. Auch die Wege in der zweiten Reihe dürfen ein bisschen Beachtung finden, denke ich.

Freudenthalweg (4): Soltau - Schneverdingen

Los geht’s am Bahnhof in Schneverdingen. Von dort fahre ich mit dem Zug nach Soltau, um die vierte Etappe des Weges wieder zurück zum Ausgangspunkt zu laufen. Der Freudenthalweg ist insgesamt 151 Kilometer lang und orientiert sich mehr oder weniger am Streckenverlauf der Heidebahn. Mit Hilfe der Bahnhöfe lassen sich die einzelnen Etappen zwischen Hamburg-Harburg und Verden deshalb auch ganz gut strukturieren.

Bahnhof Soltau
Vier Mal Heidesprinter in Soltau: Umsteigen leicht gemacht

Soltau empfängt mich bei strahlendem Sonnenschein mit einem wunderschönen Wochenmarkt. Es gibt viele Stände regionaler Anbieter, natürlich jede Menge hübschen Krimskrams und ein paar gute Straßenmusiker. Heute findet das Leben draußen statt und vor vielen Lokalen sind Tische und Bänke aufgebaut. Das ist richtig nett und ganz schnell hat Soltau mein Herz erobert, hätte ich nicht gedacht.

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Wochenmarkt in der Soltauer Innenstadt

Der Weg führt anschließend durch den sehr schön angelegten Familienpark aus der Stadt heraus, eigentlich immer mehr oder weniger an der Böhme entlang. In Soltau ist die Böhme ein richtiger kleiner Fluss, in der Nähe des Ursprungsgebiets bei Schneverdingen dagegen nicht mehr als ein kleiner Graben. Man kann also fast zuschauen, wie die Böhme auf diesen paar Kilometern ordentlich wächst – oder schrumpft. Je nachdem, in welche Richtung man schaut.

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Die Böhme, schon etwas kleiner
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Im Böhmewald bei Soltau

Die ersten Kilometer gehören zu den schönsten Abschnitten der Etappe. Immer wieder gibt der Wald die Aussicht auf die Böhme frei, der kleine Pfad führt über weichen Waldboden und es duftet herrlich nach Kiefernzapfen und Tannennadeln. Ganz einfach wunderbar.

So gut meint es der Wanderweg allerdings nicht immer und überall. Teilweise geht es mitten durch kleinere Ortschaften hindurch, wo man sich zumindest einen Eindruck über das Dorfleben dieser Gegend verschaffen kann. Oder  schnurgerade über Asphalt, dann aber immerhin nur mit wirklich sehr wenig Verkehr. Zur Entschädigung gibt es zum Glück hin und wieder Abschnitte mit schmalen Pfaden,  denen man ansieht, dass sie nicht besonders häufig besucht werden.

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Richtig schön wird es wieder kurz vor Schneverdingen, wo der Weg über das Gelände des Hofes Möhr führt. Dort befinden sich der Sitz der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz und eine Informationsstelle, wo man etwas über die Arbeit der Akademie und den Naturschutz in der Lüneburger Heide erfahren kann. Über das ehemalige Hofgebiet mit Moorflächen und einer stillgelegten Tongrube geht es zur Osterheide.

Das letzte Stück des Weges gehört der Heidelandschaft, von der auf dieser Etappe sonst überhaupt nichts zu sehen ist. Ein schöner Abschluss. Man kann ja nicht nach Schneverdingen kommen, ohne wenigstens einen kleinen Heideblick zu riskieren…

Der Weg ist durchgehend sehr gut markiert und es sollte keinerlei Probleme bei der Orientierung geben.

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Osterheide bei Schneverdingen

Und zum Schluss noch ein Tipp für die Pilger unter den Wanderern. Der Freudenthalweg verläuft zwischen Soltau und Schneverdingen teilweise parallel zum Heidschnuckenweg und zum Jacobusweg Lüneburger Heide. Eine der Stempelstellen des Pilgerweges ist die erst 1999 eingeweihte Eine-Welt-Kirche in Schneverdingen. Sie liegt direkt auf dem Weg zum Bahnhof, ist architektonisch interessant und mit einem sehenswerten Altar der Konzeptkünstlerin Marianne Greve ausgestattet.

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Eine-Erde-Altar in der Eine-Welt-Kirche in Schneverdingen
Wegweiser bei Soltau
Was fehlt? Genau, das „F“ für den Freudenthalweg
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