Heuckenlock und Bunthäuser Spitze

Elbe und Süderelbe und Norderelbe

Eine meiner Hamburger Lieblingstouren führt in Wilhelmsburg an der Süderelbe entlang. Es geht auf dem Elbdeich am Heuckenlock vorbei zum östlichsten Zipfel der Elbinsel, der Bunthäuser Spitze. Im Sommer ist das sowieso eine prima Tour, aber auch im Winter kann es dort sehr schön sein. Bei passendem Wetter wird man auf der Deichkrone so richtig durchgepustet und darf sich dann in den Räumen des Elbe-Tideauenzentrums bei Kaffee und Kuchen wieder aufwärmen.

Wilhelmsburg mit Heuckenlock und Bunthäuser Spitze
Daten von OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Wegen der Straße parallel zum Deich sind diverse Einstiegspunkte möglich, aber ich laufe am liebsten von der Autobahnbrücke auf dem Deich entlang bis zum Leuchtfeuer Bunthaus. Hin und zurück sind das knapp 9 Kilometer.

Auf den ersten Metern ist die Großstadt noch sehr greifbar. Hinter einem tobt der Verkehr auf der A1 und links vom Deich zeigt das Leonardo Hotel seine wenig ansehnliche Rückseite. Aber nach wenigen Metern ändert sich das Bild und es wird schnell ziemlich beschaulig.

Hier zeigt sich die Elbinsel Wilhelmsburg von ihrer naturnahen Seite. Und während sich im Norden des Deiches Wiesen und Gemüsefelder ausbreiten,  liegt im Süden zwischen Elbe und Deich das Heuckenlock. Es ist ein Süßwasserwatt und einer der letzten Tideauenwälder Europas.

Fern der Küste: Schlammige Priele im Heuckenlock 

IMG_3545Um einen richtig schön schlammigen Priel zu finden, muss man also gar nicht an die Küste fahren. So etwas gibt es auch in Hamburg.

Aus dem Hamburger Hafen kennt man natürlich Ebbe und Flut, von der Nordsee sowieso. Dass sich die Gezeiten auch ein Stück weiter stromaufwärts immer noch deutlich bemerkbar machen, mag vielleicht überraschen. Am östlichen Ende Wilhelmsburgs ist die Tide immer noch so stark, dass die Priele immer wieder trocken fallen.

Durch die Flut strömen große Massen an feinem Sand und Schlick herein. Die darin enthaltenen Nährstoffe lassen ein einzigartiges und artenreiches Biotop entstehen. Im Winter versteckt sich dieser Schatz allerdings ein bisschen. Aber der Tideauenwald mit seinem teils uralten Baumbestand ist das ganze Jahr über sehenswert.

IMG_3556Vom Deich führt ein schöner und gewundener Pfad mitten durch das Heuckenlock. Über den größten Priel führt eine Brücke, sonst würde man an dieser Stelle überhaupt nicht auf die andere Seite kommen.

Zum Schutz der vielen Pflanzen- und Tierarten sind einige Teile des Heuckenlocks für Besucher allerdings nicht zugänglich. Und wenn die Seeadler irgendwann mal wieder einen Horst am Weg bauen und brüten, kann auch das ganze Gebiet darum herum zum Sperrgebiet erklärt werden.

Aus eins mach zwei: Stromspaltung an der Bunthäuser Spitze

IMG_3513An das Heuckenlock schließt sich die Bunthäuser Spitze an. Ein kleiner Fußweg führt auf einem Damm bis zum Leuchtfeuer Bunthaus, danach ist Schluss und es kommt nur noch die Elbe. An dieser Stelle teilt sich der Fluss auf einer Länge von ca. 15 Kilometern in die Norderelbe und die Süderelbe.

Mit dem Damm wird reguliert, wie viel Wasser durch die beiden Elbarme fließt. Die Hamburger haben sich Ewigkeiten mit ihren südlichen Nachbarn um das Wasser gestritten und wollten naturgemäß immer die Norderelbe am besten füllen. Aber das ist Geschichte.

IMG_3512Auch schon fast Geschichte und seit vielen Jahren nicht mehr in Betrieb ist der kleine Leuchtturm.  Aber es gibt nach wie vor eine Aussichtsplattform, von der man besonders im Winter einen sehr schönen Blick auf die beiden Elbarme hat.

Manchmal kommt ein Binnenschiff vorbei und schiebt sich langsam durch den Strom. Das gleichmäßige Wummern der Dieselmotoren ist ein ständiger Begleiter und hat etwas sehr Entspannendes. Große Eile und Hektik passen nicht an diesen Ort, man schaut auf den Fluss und lässt ihn und vielleicht auch die eigenen Gedanken ein wenig dahinfließen. Und mit etwas Glück kann man sogar leise die Eisschollen knirschen hören. Jedenfalls im Winter, wenn man den richtigen Tag erwischt.

Die Bunthäuser Spitze beherbergt neben der Freiluftschule Moorwerder noch die ehemalige Stackmeisterei der Hamburger Hafenbehörde. Im Untergeschoss des alten Hausmeisterhauses wurde ein Tideauen-Zentrum eingerichtet. Hier gibt es zahlreiche Informationen über die Fauna und Flora des benachbarten Naturschutzgebietes.

Wenn man schon mal da ist, lohnt sich ein Besuch des Cafes im Haus mit seinem zwar recht kleinen, aber netten Angebot. Vor einem Besuch sollte man sich jedoch über die Öffnungszeiten informieren. Gerade im Winter steht man sonst schnell vor verschlossenen Türen.

Zuletzt dazugekommen ist der elbepark-bunthaus, ein Wohnmobilhafen mit einer Reihe von Stellplätzen auf dem Gelände der ehemaligen Stackmeisterei. Ein richtig toller Platz in direkter Nähe zur Metropole. Hier gibt es einen unverstellten Blick auf die Elbe, weil die Plätze vor dem Deich liegen.

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Weitere Informationen

Elbe-Tideauenzentrum Bunthaus

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3 Gedanken zu “Heuckenlock und Bunthäuser Spitze

    1. Oh, gut zu wissen. Das war mir gar nicht klar. Aber es ist natürlich viel schöner, wenn es nicht so voll ist. Anscheinend suche ich mir immer zielsicher die ruhigen Tage aus.

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