Stadtwandern in Berlin: Innerer Parkring (3), Charlottenburg – Neukölln

Die dritte Etappe ist geschafft und nun bin ich auf dem Inneren Parkring einmal um die Mitte Berlins herumgelaufen. Statt der offiziellen 52 Kilometer sind es eher 57 geworden. Vielleicht haben sich ein paar Abstecher zu dem einen oder anderen Café in die ideale Route eingeschlichen.

Meine Etappen

10 Kilometer Friedrichshain – Neukölln
22 Kilometer Friedrichshain – Charlottenburg
– 25 Kilometer Charlottenburg – Neukölln

Fazit

Diese Tour war meine erste richtige Stadtwanderung. Früher wäre ich nie auf die Idee gekommen,  so viele Kilometer durch eine Großstadt zu laufen und mich über Parks und Grünflächen zu freuen. Aber dann hat es mich nach Berlin verschlagen und das große Naturerlebnis war einfach nicht mehr so leicht erreichbar. Also ran an die Alternative: Warum nicht die Großstadt zu Fuß kennenlernen und ihre Vielseitigkeit auf die langsame Art mit allen Sinnen erleben? „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen“ – das stimmt doch wohl so gut wie immer und überall.

Und es hat sich echt gelohnt, einfach großartig. Ich konnte so viel Atmosphäre in den unterschiedlichen Stadtteilen aufsaugen und schöne oder spröde Ecken erkunden. Auf jeden Fall war es immer interessant und gut.

Wegen der perfekten Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel kann man die Etappen so frei kombinieren wie selten. Die Wegmarkierung könnt ihr allerdings getrost vergessen. Es gibt zwar hin under wieder eine Ausschilderung, aber die ist sehr spärlich und mitten in der Großstadt wahrscheinlich sowieso kaum zu pflegen. Deshalb ist dieser Grüne Hauptweg ohne GPS-Navigation überhaupt nicht zu machen, da geht gar nix.

Die Strecke ist gut gewählt und führt immer wieder an interessanten und manchmal auch gut versteckten Highlights vorbei. Ein großer Dank geht an die Betreuer dieser schönen Tour.

Innerer Parkring (3), Charlottenburg – Neukölln

Charlottenburg

Aber jetzt zur dritten Etappe. Los ging es an der U-Bahn Jakob-Kaiser-Platz. Der Weg führte dann an der Schleuse Charlottenburg vorbei, über die Spree rüber zum Charlottenburger Schlosspark.

Schloss-Charlottenburg Schlosspark
Schloss-Charlottenburg Schlosspark“ von BabbsackEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Der Schlosspark ist ganz unberlinerisch hübsch gepflegt und – ehrlich – habe ich mit einer barocken Gartenanlage auf der Tour überhaupt nicht gerechnet. Ich gebe zu, dass ich noch nie in Charlottenburg war. So kann es in der Hauptstadt also auch sein … ein echter Touristenmagnet mit deutlich mehr historischer Substanz als zum Beispiel der Checkpoint Charlie. Das musste ich mir aber für einen späteren Besuch vormerken, jetzt war dazu gerade keine Zeit.

Berlin_Hubertussee_3
„Berlin Hubertussee 3“. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

Weiter ging es an einigen kleinen Seen vorbei in Richtung Wilmersdorf. Beeindruckt hat mich vor allem der Hubertussee. Hier ging es den „Uferwanderweg Grunewald“ entlang, der irgendwann die kleinen Seen und die Innenstadt auf einem durchgehenden Grünzug vernetzen soll. Der Weg ist aber bislang nur am Südufer des Hubertussees fertig geworden und gibt immerhin einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie schön das mal werden kann.

Eines der Häuser oberhalb des Weges war mit Sichtschutz und Videokameras festungsartig ausgebaut. Ein Wachmann schaute misstrauisch über den Zaun zu mir herunter und ich dachte schon, dass die reichen Anwohner den öffentlichen Weg hinter ihren Gärten wohl ziemlich doof finden. Eine kleine Recherche ergab allerdings, dass es sich um die Kindertagesstätte der Jüdischen Gemeinde handelt. Die werden ihre Gründe für so massive Sicherheitsmaßnahmen haben.

Wilmersdorf

Berlin-Schöneberg_Cheruskerpark
Berlin-Schöneberg Cheruskerpark“ von AssenmacherEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Vorbei an diversen Sportplätzen führte der Weg durch den Volkspark Wilmersdorf und den Rudolph-Wilde-Park zum Rathaus Schöneberg.  So langsam ging es auf den Schluss der Tour zu. Mit dem Tempelhofer Feld als großem Finale. Aber zunächst musste ich den Cheruskerpark mit dem Gasometer Schöneberg durchqueren und mitten durch den Bahnhof Südkreuz laufen. Und dann hatte ich auch bald das Tempelhofer Feld erreicht.

Tempelhof

Berlin_Tempelhof_Airport_Runway_09L_-_Tempelhofer_Feld_(15159356029)
Berlin Tempelhof Airport Runway 09L – Tempelhofer Feld (15159356029)“ von Tony Webster from Portland, Oregon, United States – Berlin Tempelhof Airport Runway 09L / Tempelhofer Feld. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons.

Das Tempelhofer Feld, oder genau genommen der Tempelhofer Park, ist einer meiner absoluten Lieblingsorte in Berlin. Auf diesem unbebauten Teil des ehemaligen Flughafens mit den riesigen Landebahnen kann man mitten in der Großstadt eine unglaubliche Weite spüren. Das ist wirklich einzigartig und ich finde es immer wieder atemberaubend. Sonnenuntergänge wie am Meer, aber eben mitten in Berlin.

Neukölln

Nach dem Tempelhofer Feld ging es durch das Schillerkiez zum Richardplatz. Damit schloss sich der Kreis in meinem Heimatkiez und ich hatte den Inneren Parkring geschafft. Dann erstmal rein in den Späti und mit einem Abendbierchen auf die Couch, die Füße hochlegen. Hach, war das schön.

Richardplatz_Schmiede3
Richardplatz Schmiede3“. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Weitere Informationen

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3 Gedanken zu “Stadtwandern in Berlin: Innerer Parkring (3), Charlottenburg – Neukölln

  1. Ich finde dein Projekt und wie du dir deine Stadt erschließt, richtig, richtig gut. Und stimme dem Zitat zu: “Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.” Viele gute Wege weiterhin!

    1. Vielen Dank, lieber zeilentiger. Wie du weißt, schaue ich auch gerne bei dir vorbei und freue mich über deine besonderen Blickwinkel, die deinen Touren eine ganz eigene Farbe geben.

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