Stadtwandern in Berlin: Innerer Parkring (1), Friedrichshain – Neukölln

Grüner Hauptweg 18 - Innerer Parkring
Daten von OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Heute geht’s mal auf einer Stadtwanderung durch Berlin. Es muss ja nicht immer pure Natur sein, auch städtische Gegenden haben ihren Reiz. Und Berlin ist so groß, dass man locker größere Entfernungen innerhalb der Stadt zurücklegen kann, ohne ihre Grenzen auch nur annähernd zu erreichen.

Der Innere Parkring rund um die Mitte Berlins ist einer der 20 grünen Hauptwege und insgesamt 52 Kilometer lang. Durch die perfekte Verkehrsanbindung kann er sehr gut in mehrere Etappen aufgeteilt werden. Ideal für den Feierabend an schönen Abenden im Sommer.

Meine erste Etappe führt im Uhrzeigersinn von Friedrichshain über Kreuzberg nach Neukölln. Eigentlich nicht gut geplant, denn dieser Abschnitt ist nur gut 10 Kilometer lang und damit viel kürzer als zuvor geschätzt. Aber die Etappe ist ein guter Auftakt, um mal einen der grünen Hauptwege auszuprobieren.

Friedrichshain

Modernsohnbrücke Berlin
Modersohnbrücke

Los geht’s an der S-Bahn Frankfurter Allee in Richtung Süden. Hier ist noch viel davon zu sehen, dass dies früher ein typischer Arbeiter-Stadtteil war. Mit vielen Mietskasernen aus der Gründerzeit, die heute zum Teil in einem Szene- und Kneipenviertel liegen.

Bei schönem Wetter ist richtig was los und man muss sich direkt beherrschen, um nicht alle paar Meter eine Pause für ein leckeres Kaltgetränk einzulegen.

Auf dem Weg liegen auch viele alte Bahnanlagen, die nach wie vor baulich umgekrempelt werden. Toll ist der Blick von der Modersohnbrücke. Hier kann man in der Sonne sitzen und den Zügen zusehen, die sich wie kleine Schlangen auf den Gleisen bewegen.

Stralauer Alee - An der Spree
Architektur an der Stralauer Allee

An der Stralauer Allee führt der Weg nicht direkt am Ufer der Spree entlang, sondern an der parallel verlaufenden Straße. Zu dumm, ich habe mich hier auf den GPX-Track verlassen. Und der stammt wohl noch aus einer Zeit, als das Ufer wegen Bauarbeiten nicht durchgängig begehbar war.

Inzwischen müsste man direkt an der Kaimauer entlanggehen können, was schon aus architektonischer Perspektive interessant und sehenswert sein dürfte.

Kreuzberg

Oberbaumbrücke Berlin
Oberbaumbrücke

Hinter der berühmten Oberbaumbrücke beginnt Kreuzberg, eines des absoluten Szeneviertel Berlins.

Hier wird’s super bunt und gleich nach ein paar Metern komme ich nicht mehr am Problem der Gentrifizierung vorbei, das die Anwohner hier schon lange und zunehmend beschäftigt.

Ich lande direkt in der wöchentlichen Demo für den Erhalt des Gemüseladens „Bizim Bakkal“ vor der Wrangelstraße 77. Diesem Laden wurde gekündigt, weil das Haus luxussaniert werden soll. Ein türkischer Gemüseladen bringt nicht genug Miete ein und passt wohl auch sonst überhaupt nicht ins hochwertige Konzept. Am Abend meiner Stadtwanderung nimmt der Vermieter die Kündigung zurück – aber damit ist die Geschichte bestimmt noch nicht erledigt.

Kurz darauf verläuft der Weg am Landwehrkanal entlang, später in Neukölln dann weiter am Neuköllner Schiffahrtskanal. Eine sehr schöne Strecke direkt am Ufer mit vielen schönen Aussichten. Unterwegs sieht man auch die Wagenburg Lohmühle, die mit ihren Bauwagen eine lange Tradition zurück bis 1991 hat.

Neukölln

Vom Kanal biegt der Weg in Richtung Sonnenallee ab. Schlagartig geht es in eine Gegend von Neukölln, in der es immer noch sehr nach diversen sozialen Problemlagen aussieht. Trotzdem ist die Ecke hier immer wieder sehenswert, nicht nur für einen überzeugten Neuköllner wie mich.

Zum Beispiel rund um den Richardplatz, an dem mein Weg heute endet. Hier liegt Böhmisch-Rixdorf, eine wirkliche Perle in Berlin. Mitten in der Großstadt hat dieser von protestantischen Glaubensflüchtlingen im 18. Jahrhundert besiedelte Kiez immer noch einen dörflichen Charme bewahrt. Das ist einfach großartig.

Weitere Informationen

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5 Gedanken zu “Stadtwandern in Berlin: Innerer Parkring (1), Friedrichshain – Neukölln

    1. Hi, ja sicher. Du bist herzlich dazu eingeladen. Ich werde natürlich auch gerne bei euch vorbeischauen und nach interessanten Berliner Fundstücken stöbern. Schönes Projekt.

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