Wandertour Schwarze Berge

Daten von OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL
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Gleich südlich der Hamburger Stadtgrenze laden die Schwarzen Berge zu einer Tageswanderung ein. Bei traumhaftem Frühlingswetter hat dies eine Menge Vorteile. Man kann dem Herdentrieb der Leute aus dem Weg gehen. Aber das ist noch nicht alles. Weg Schwarze BergeDer erste superschöne Frühlingstag war genau das Richtige für eine Runde durch den Regionalpark Rosengarten. Hier war ich schon oft auf kürzeren und längeren Touren unterwegs, aber der ausgeschilderte Wanderweg W5 war bisher noch nicht dabei. Also schnell ein bisschen Proviant eingepackt und los geht’s.

Vorbei am Hasselbrack

Moisburger SteinVom Wildpark Schwarze Berge aus geht es gleich in den Wald hinein und nach einiger Zeit vorbei am Moisburger Stein. Mit diesem schön erhaltenen Stein wurde Mitte des 18. Jahrhunderts eine Forstgrenze markiert. Ganz unten ist auch eine eingemeißelte Wolfsangel zu sehen, die tatsächlich etwas mit der Jagd auf räuberische Wölfe zu tun hat.

Weiter geht es auf gut ausgebauten Waldwegen Richtung Süden, knapp am Hasselbrack vorbei, der mit 116 Metern höchsten Erhebung Hamburgs. Aber wir bleiben zum Glück auf niedersächsischem Gebiet, und das ist auch gut so. Denn wie sich später zeigt, hat diese Wanderung in Sachen Höhenmeter für Nordlicht-Verhältnisse ohnehin was zu bieten.

Anfang März haben die Bäume noch keine Blätter. Und wegen der vielen Laubbäume unterwegs waren selbst die schmalsten Pfade meistens mit einem sehr schönen Licht durchflutet, das dürfte in einigen Woche komplett wieder vorbei sein.

Abstecher zum Karlstein

Nach einem ersten Teilstück, bei dem es mal nicht über ausgebaute Forstwege, sondern über kleine Pfade ging, erreicht der Weg eine Kreuzung mit einigen Wegweisern. Hier kann die Strecke durch eine Abbiegung nach Osten um ein paar Kilometer abgekürzt werden. Wer ausreichend Zeit mitgebracht hat, sollte das aber auf jeden Fall vermeiden, denn rund um den Karlstein findet man einige der schönsten Stellen auf dem Weg.

Weiter geht es auf einem wunderbaren Pfad, der teilweise parallel zum Heidschnuckenweg verläuft. Wirklich eine tolle Strecke, allerdings zu dieser Jahreszeit an einigen Stellen noch recht matschig und hier und da ganz schön zerfurcht von den allgegenwärtigen Mountenbikern.

KarlsteinKarlstei

Der Karlstein ist ein eiszeitlicher Findling aus Granit, zu dem es wie immer an solchen Stellen auch eine Sage gibt. Klar, dabei geht es natürlich um Karl den Großen, dem wir auch den Namen des Steins zu verdanken haben. Gut erkennbar sind Einmeißelungen in Form von Hufeisen, für deren Bedeutung es bisheute allerdings noch keine abgesicherten Erklärungen gibt.

Der Weg trifft nun auf den Europäischen Fernwanderweg E1 und folgt diesem durch den vielleicht schönsten Teil der gesamten Wanderung. Allerdings wird der gemeinsame Weg bald wieder verlassen und führt zu der Kreuzung, bei der wir in Richtung Karlstein abgebogen sind.

Schild WanderwegDie Trennung vom E1 ist vielleicht die einzige Stelle auf der Wander-Tour W5, bei der ich mir sicher bin, dass definitiv eine Kennzeichnung gefehlt hat. Ohne gpx-Datei oder vernünftiges Kartenmaterial könnte man hier leicht dem E1 folgen und zu weit laufen. Ansonsten ist der Wanderweg vorbildlich markiert, man kann eigentlich nichts falsch machen. Und wer macht sich schon ohne Hilfsmittel auf den Weg?

Betonplatten und Findlingspfad

Weg Schwarze BergeIn der äußersten süd-östlichen Spitze des Wanderwegs wird der Weg ein kurzes Stück über einen Forstweg mit Betonplatten geführt. Ein echter Highway, der für Radfahrer schon langweilig sein dürfte. Aber für Wanderer erst recht. Die Verantwortlichen sollten sich mal Gedanken über eine alternative Wegführung machen, da gibt es doch bestimmt Möglichkeiten. Und wenn man sowieso eine Tour mit gewissem Anspruch entwirft, dann muss die Wegführung auch an dieser Stelle vielleicht nicht unbedingt für einen Sonntagsspaziergang geeignet sein.

Geologischer LehrpfadZum Glück sind die Betonplatten bald vorbei und der Weg führt zu einem Geolehrgarten. Bei diesem Findlingspfad wurden ca. 30 Gesteinsblöcke aufgestellt, die während der Eiszeit mit den Gletschern aus Skandinavien nach Deutschland gekommen sind. Man kann ziemlich genau bestimmen, woher sie stammen.

Der größte Brocken ist der Findling „Groß-Modder-Eiche“, der es locker mit dem Karlstein aufnehmen kann. Warum der Stein so heißt? Keine Ahnung, das würde mich auch interessieren. Aber ich habe es noch nicht herausgefunden. Wenn jemand einen Tipp hat, freue ich mich über jeden Hinweis.

Am Paul-Roth-Stein vorbei nach Alvesen

Weg Schwarze BergeWeiter geht es vorbei am Paul-Roth-Stein vorbei in Richtung Alvesen. Dieses Teilstück hat es dann vergleichsweise in sich. Es ist sicher kein Zufall, dass auf meiner Landkarte an dieser Stelle die Bezeichnung „Paul-Roth-Downhill“ auftaucht. Puh, hier geht es auf einem schmalen Pfad eine ganze Weile auf und ab. Damit habe ich in dieser Gegend überhaupt nicht gerechnet.

Mountainbiker sind mir auf dieser Tour immer wieder mal begegnet. Aber je mehr Verbotsschilder zu sehen sind, desto mehr von ihnen tauchen auf. Besonders hier, die Leute suchen eben die Herausforderungen.

Kurz vor dem Abschluss der Wanderung verlässte der Weg den Wald und führt am Gasthaus Kiekeberg vorbei. Eine willkommene Gelegenheit für eine Einkehr.Blechlawine Kurz danach komme ich wieder am Wildpark Schwarze Berge an. Und während ich morgens dort noch fast alleine war, sind alle Parkplätze und die umliegenden Straßen inzwischen von einer gewaltigen Blechlawine zugeparkt. Wie kann man sich so etwas antun? Auch drinnen im Wildpark dürfte es knallvoll sein, dass macht doch weder Kindern noch Eltern Spaß. Alle Tiere pappsatt und der Spielplatz überfüllt. Mir soll’s Recht sein – Hauptsache die Leute laufen nicht alle gleichzeitig mit mir im Wald rum.

Das war eine schöne Runde. Auf teilweise schmalen Pfaden und mit einem für diese Gegend durchaus anspruchsvollem Relief ging es an einigen Sehenswürdigkeiten vorbei. An so einem Frühlingstag mit tollem Licht genau die richtige Wahl.

Streckenverlauf:

Wildpark Schwarze Berge – Falkenbergweg – Moisburger Stein – Schulenburgseiche – Niedersachsenweg – Karlstein – Großmoddereiche – Paul-Roth-Stein – Vahrendorf – Gasthaus Kiekeberg –Wildpark Schwarze Berge

Einkehren:

Wildpark-Restaurant, Gasthaus zum Kiekeberg, Kajüte in Alvesen (etwas abseits vom Weg)

Mehr Infos:

Wander-Tour W5 Schwarze Berge beim Regionalpark Rosengarten

Wander-Tour W5 Schwarze Berge bei openstreetmap

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