Springer will der Bahn bei Social Media Dampf machen

Lokin LogoMitte Februar hat Axel Springer eine neue App herausgebracht, mit der Reisende im gleichen Zug Kontakt aufnehmen und chatten können. Kann man damit was anfangen?

Die App mit dem schwer originellen Namen „Lokin“  bietet neben dem Chat noch weitere Services wie Nachrichten von Welt Online und Echtzeitdaten der Bahn zum Zugverkehr. Nicht zu vergessen natürlich auch Werbung für die BahnCard und Einkaufsmöglichkeiten in den Bahnhöfen entlang der Strecke.

Chatten während der Zugfahrt? Cool, die Idee fand ich sofort einleuchtend. Es verbindet, wenn man im gleichen Zug sitzt. Bei Verspätungen oder unerwarteten Ereignissen fallen einem sofort wunderbare Dinge ein, die man über diese App posten könnte. Also schnell die App heruntergeladen und einige Male ausprobiert.

Ohne Netz in der Bahn

Hamburg DammtorDa war ich aber sehr gespannt: Wie viele Leute melden sich da an und was schreiben die sich so?

Die erste Hürde ist ja unverkennbar, dass man für die Nutzung der App irgendeine Art von Internet braucht. Und das ist in der Bahn nicht leicht zu haben. Wenn man Reisender in der 1. Klasse ist, einen Telekom-Vertrag mit Flatrate für Hotspots hat oder sich kostbare Online-Minuten kauft, dann ist das alles kein Problem. Mit dem normalen Netz sieht es dagegen meistens mau aus, auf jeden Fall auf meiner Lieblingsstrecke zwischen Hamburg und Berlin. Da gibt es sehr viel flache Landschaft und ganz wenig mobiles Netz. Das dürfte die Zahl der potenziellen Nutzer von vornherein gewaltig einschränken.

Was die App bringt 

FotoInzwischen habe ich Lokin einige Male genutzt, fleißig getippt und ein paar Fotos gepostet. Meistens war ich der einzige aktive Nutzer und wurde vom Moderator getröstet, der anscheinend nicht überlastet war und Zeit für freundliche Antworten hatte. Mit 14 Beiträgen Platz 15 im ewigen Ranking der Nutzer, yeah!

Ausnahme: An einem Freitag Nachmittag waren immerhin acht Leute online, darunter Claus Strunz von Axel Springer, einer der Väter der App. Da machen wohl alle mit beim Chat, damit ein bisschen Schwung in die Bude kommt.

Und für den Erfolg der App ist ein funktionierender Chat tatsächlich auch ganz sicher entscheidend. Die übrigen Services gibt’s schließlich auch woanders. Es ist nicht schwer, im Internet aktuelle Nachrichten zu finden. Der DB Navigator ist und bleibt die letzte Instanz für Daten zum Bahnfahren. Und die Werbung … naja, ein notwendiges Übel.

Das Handling ist übrigens ganz in Ordnung. Es klemmt zwar auch mal was, aber man kommt mit der App intuitiv gut klar.

Insgesamt ein interessantes Angebot, aber ohne die kritische Masse an interessanten Leuten macht’s keinen Spaß und ist zu wenig nützlich. Ich bin gespannt, wie die Sache sich entwickelt und bleibe am Ball.

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